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Was bedeutet Door to Port?

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Kurzantwort — Door to Port

Door to Port ist ein Leistungsumfang, bei dem die Ladung an der Tür des Versenders (Werk oder Lager) übernommen und bis zum Hafen im Bestimmungsland befördert wird. Vorlauf, Kosten im Verschiffungshafen und Seefracht gehören dazu; auch die Ausfuhrabfertigung ist in den meisten Angeboten enthalten. Kosten im Bestimmungshafen, Einfuhrabfertigung und Zustellung bleiben beim Käufer.

Welche Schritte umfasst Door to Port?

Door to Port beschreibt die Grenze eines Frachtangebots: Der Frachtführer oder Spediteur beginnt die Leistung an der Tür des Versenders und beendet sie im Bestimmungshafen. Typische Schritte sind:

  1. Übernahme der Ladung an der Adresse des Versenders oder Gestellung des Containers im Werk und Beladung.
  2. Vorlauf zum Verschiffungshafen.
  3. Ausfuhrabfertigung; im Angebot sollte ausdrücklich stehen, ob sie enthalten ist.
  4. Terminal- und Umschlagskosten im Verschiffungshafen (POL).
  5. Hauptseetransport und Ausstellung des Konnossements.
  6. Ankunft im Bestimmungshafen (POD) und Versand der Ankunftsmeldung an den Empfänger.

Beispiel: Holt ein Hersteller in Gaziantep für seinen Käufer in Hamburg ein Door-to-Port-Angebot ein, umfasst der Preis die Gestellung des Containers im Werk, den Landtransport zum Hafen Mersin, die Terminalkosten in Mersin und die Seefracht nach Hamburg. Das Herausholen des Containers aus dem Hamburger Hafen und der Transport zum Lager des Käufers sind im Angebot nicht enthalten; dieser Teil wird über den eigenen Spediteur des Käufers oder ein separates Port-to-Door-Angebot gelöst.

Worum muss sich der Käufer im Bestimmungshafen kümmern?

  • Terminal- und Umschlaggebühren im Bestimmungshafen sowie die Kosten für die Auslieferungsfreigabe (Delivery Order) des Agenten.
  • Vorlage des Original-Konnossements oder Bestätigung des Telex Release.
  • Einfuhrabfertigung, Zoll und Mehrwertsteuer.
  • Abholung des Containers innerhalb der freien Zeit; andernfalls fällt Demurrage an.
  • Nachlauf und Rückgabe des leeren Containers an das von der Reederei benannte Depot.

Wie passt Door to Port zu den Incoterms?

Door to Port ist keine Incoterms-Klausel, sondern der Umfang einer Transportleistung. Die Incoterms legen dagegen fest, wo Kosten und Gefahr zwischen Verkäufer und Käufer übergehen. Beides lässt sich so zuordnen:

Incoterms 2020Wer kauft die Door-to-Port-Leistung ein?Wo geht die Gefahr über?
CFR / CIFVerkäuferIm Verschiffungshafen, wenn die Ware an Bord verladen ist
CPT / CIP (mit Bestimmungshafen als benanntem Ort)VerkäuferBei Übergabe der Ware an den ersten Frachtführer
FOBVerkäufer nur bis zum Verschiffungshafen; Seefracht beim KäuferIm Verschiffungshafen, bei Verladung an Bord
EXW / FCAKäufer, mit eigenem SpediteurAuf dem Gelände des Verkäufers oder am vereinbarten Lieferort

Bei CFR und CIF zahlt der Verkäufer die Kosten bis zum Bestimmungshafen, die Gefahr geht aber viel früher, bereits im Verschiffungshafen, auf den Käufer über. Bei Containerladung sind deshalb CPT oder CIP besser geeignet; die Begründung steht im Beitrag FCA statt FOB bei Containerladung. Den Zeitpunkt des Gefahrübergangs erläutert der Beitrag Gefahrübergang nach Incoterms ausführlich.

Unterschied zwischen Door to Port, Door to Door und anderen Varianten

LeistungBeginnEndeBeim Käufer verbleibt am Bestimmungsort
Door to DoorTür des VersendersTür des EmpfängersJe nach Vertrag nur die Abgaben oder nichts
Door to PortTür des VersendersBestimmungshafenKosten am Bestimmungsort, Zoll, Nachlauf
Port to DoorVerschiffungshafenTür des EmpfängersAm Bestimmungsort meist nur die Abgaben
Port to PortVerschiffungshafenBestimmungshafenKosten am Bestimmungsort, Zoll, Nachlauf

Einzelheiten zum Haus-zu-Haus-Modell finden Sie im Beitrag Door-to-Door-Lieferung.

Häufige Fehler

  • Annehmen, ein Door-to-Port-Angebot enthalte die Kosten am Bestimmungsort.
  • Nicht prüfen, ob Ausfuhrabfertigung und Kosten im Verschiffungshafen im Angebot aufgeführt sind.
  • Die Versicherung vergessen; eine Door-to-Port-Leistung umfasst nicht automatisch die Versicherung der Ladung.

Voltim Global weist bei Door-to-Port-Angeboten im Seetransport in separaten Zeilen aus, welche Posten enthalten sind und welche beim Käufer verbleiben; auf Wunsch wird die Leistung am Bestimmungsort zur Haus-zu-Haus-Zustellung erweitert.

Häufige Fragen

Ist die Versicherung im Door-to-Port-Angebot enthalten?
Nicht automatisch; ist sie im Angebot nicht gesondert aufgeführt, sollte man davon ausgehen, dass die Ladung unversichert ist. Die Haftung des Frachtführers ist durch internationale Regeln für den Seetransport begrenzt und deckt den Warenwert oft nicht. Bei CIF und CIP ist der Verkäufer zum Abschluss einer Versicherung verpflichtet; bei den übrigen Klauseln legen die Parteien fest, wer sie abschließt. Einzelheiten im Beitrag Versicherung nach Incoterms.
Sind Door to Port und FOB dasselbe?
Nein. Bei FOB trägt der Verkäufer die Kosten, bis die Ware im Verschiffungshafen an Bord verladen ist; das ist der Abschnitt von der Tür bis zum Verschiffungshafen. Seefracht und Transport bis zum Bestimmungshafen trägt der Käufer. Door to Port ist dagegen ein Transportumfang, der von der Tür bis zum Bestimmungshafen reicht. Kauft der Verkäufer diese Leistung ein, wird meist zu CFR, CIF, CPT oder CIP verkauft.

Veröffentlicht: 28.10.2026 · Voltim Global