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Was ist Demurrage?

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Kurzantwort — Demurrage

Demurrage ist das Containernutzungsentgelt, das die Reederei für jeden Tag berechnet, an dem ein im Import aus dem Schiff entladener oder im Export zur Verladung ins Terminal gebrachter Container nach Ablauf der von der Reederei gewährten freien Zeit weiterhin auf dem Terminalgelände steht. Im Import zahlt in der Regel der Käufer, im Export in der Regel der Versender.

Wofür wird Demurrage berechnet?

Der Container ist Ausrüstung der Reederei (COC) und muss im Umlauf sein, um Erlöse zu erwirtschaften. Jeder im Terminal wartende Container ist ein Vermögenswert, den die Reederei nicht für eine neue Verladung nutzen kann. Demurrage ist der Ausgleich für diesen Verlust. Drei Posten sind voneinander zu unterscheiden:

PostenWo entsteht er?Wer berechnet ihn?
DemurrageWährend der Container auf dem Terminalgelände steht, nach Ablauf der freien ZeitReederei
DetentionWenn der Container das Terminal verlassen hat und beim Empfänger oder Versender stehtReederei
Lagergeld (Ardiye)Für die Flächenbelegung durch Ladung oder Container im TerminalHafen- / Terminalbetreiber

Manche Reedereien fassen Demurrage und Detention unter einer kombinierten freien Zeit zusammen. Den Unterschied erläutert der Beitrag Demurrage und Detention, das Terminalentgelt der Beitrag Lagergeld. Wird ein versendereigener Container (SOC) eingesetzt, fällt keine Demurrage der Reederei an, das Lagergeld des Terminals läuft jedoch weiter.

In der Schiffscharter bezeichnet dasselbe Wort etwas anderes: die Entschädigung, die gezahlt wird, wenn das Schiff die vereinbarte Lade- oder Löschzeit überschreitet. Im deutschen Recht ist dies als Liegegeld bekannt, im türkischen Recht als sürastarya.

Wie werden freie Zeit und Entgelt berechnet?

Die Reederei gewährt im Import ab Entladung, im Export ab Eingang im Terminal einige Tage freie Zeit (free time). Die Dauer hängt von Hafen, Reederei, Containertyp und Kundenvereinbarung ab. Nach Ablauf wird das Entgelt pro Tag und gestaffelt berechnet: Die erste Staffel ist vergleichsweise niedrig, die folgenden sind höher. Bei Spezialequipment wie Reefer, Flat Rack und Open Top liegt der Tagessatz über dem eines Standardcontainers.

Beispiel: Verlässt ein Container mit 7 Tagen freier Zeit das Terminal am 12. Tag nach der Entladung, werden 5 Tage Demurrage berechnet. Wie die Tage gezählt werden, steht im Tarif der Reederei; die Berechnung erfolgt nach diesem Tarif. In vielen Tarifen gelten Kalendertage, d. h. Wochenenden und gesetzliche Feiertage werden mitgezählt. Kommt ein Schiff vor einem Feiertag an, verbraucht sich die freie Zeit schneller als erwartet, weil Zoll und Landtransport langsamer arbeiten.

Wer zahlt die Demurrage?

  • Import: Die im Konnossement als Empfänger genannte Partei. Der Container wird in der Regel erst nach Zahlung der Demurrage freigegeben.
  • Export: Der Versender, der den Container zu früh ins Terminal bringt oder dessen Verladung storniert wird.
  • Kaufvertrag: Die Incoterms regeln die Demurrage nicht; wer sie zwischen Käufer und Verkäufer trägt, sollte gesondert im Vertrag festgehalten werden.

Bei Verzögerungen, die die Reederei verursacht hat, ist ein Widerspruch möglich. Die 2024 in Kraft getretene Regel der US-Bundesschifffahrtskommission (FMC) schreibt vor, dass Demurrage- und Detention-Rechnungen innerhalb von 30 Tagen ab dem letzten Tag der Entgeltentstehung ausgestellt werden und der Rechnungsempfänger mindestens 30 Tage Zeit für einen Widerspruch erhält. Diese Regel gilt nur im US-Handel, ist aber ein gutes Beispiel dafür, welche Angaben eine Rechnung enthalten sollte.

Wie lässt sich Demurrage vermeiden?

  1. Bereiten Sie Konnossement, Handelsrechnung, Ursprungs- und Konformitätsnachweise vor Ankunft des Schiffes vor.
  2. Klären Sie GTİP (türkische Zolltarifnummer), Einfuhrgenehmigungen und Zollanmeldung im Voraus; zur Dauer siehe den Beitrag Wie lange dauert die Verzollung.
  3. Zahlen Sie Fracht und lokale Kosten rechtzeitig und holen Sie die Freistellung (ordino) frühzeitig ein.
  4. Planen Sie das Abholfahrzeug passend zur Ankunft des Schiffes.
  5. Verhandeln Sie bei Ladungen mit erwartbar langer Zollabfertigung bereits bei der Buchung zusätzliche freie Zeit.
  6. Bringen Sie den Container im Export möglichst nah am, aber vor dem Cut-off-Termin ins Terminal.

Im Containertransport plant Voltim Global die Abholung im Hafen und die Zustellung passend zur Ankunft des Schiffes; der Dokumentenzeitplan wird unter Berücksichtigung der freien Zeit aufgestellt.

Häufige Fragen

Wer zahlt Demurrage, die durch eine Zollbeschau entsteht?
Steht der Container wegen Beschau, Probenahme oder fehlender Dokumente im Terminal, wird die Demurrage dennoch dem Ladungsbeteiligten in Rechnung gestellt, im Import meist dem Käufer. Die Reederei ist für diese Verzögerung nicht verantwortlich. Bei Waren mit hohem Beschaurisiko lassen sich die Kosten am wirksamsten begrenzen, indem Sie bei der Buchung zusätzliche freie Zeit vereinbaren und die Dokumente vor Ankunft des Schiffes vervollständigen.
Sind Demurrage und Lagergeld dieselbe Rechnung?
Nein. Demurrage ist das Nutzungsentgelt für die Ausrüstung der Reederei als Eigentümerin des Containers und wird von der Reederei oder ihrem Agenten berechnet. Lagergeld ist das Entgelt, das der Terminalbetreiber dafür erhebt, dass er Ladung oder Container auf seinem Gelände lagert. Beide können für denselben Tag anfallen; deshalb sollten die freien Zeiten sowohl im Reederei- als auch im Terminaltarif gesondert geprüft werden.

Veröffentlicht: 24.10.2026 · Voltim Global