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Was ist der Unterschied zwischen CMR-Versicherung und Warentransportversicherung?

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Kurzantwort — Unterschied CMR- und Warentransportversicherung

Die CMR-Versicherung ist eine Haftpflichtversicherung, die die gesetzliche Haftung des internationalen Straßenfrachtführers für Schäden und Verluste an der Ladung abdeckt. Die Warentransportversicherung versichert dagegen unmittelbar die Ware des Ladungseigentümers. Die CMR-Entschädigung ist auf 8,33 SZR (Sonderziehungsrechte) je Kilogramm Rohgewicht begrenzt, und in Fällen, in denen der Frachtführer nicht haftet, wird gar nichts gezahlt.

Wen schützen die beiden Policen?

Der grundlegende Unterschied liegt darin, wer Versicherter ist. Die CMR-Versicherung ist die Police des Frachtführers: Der Ladungseigentümer verlangt für einen Schaden Ersatz vom Frachtführer, und dessen Versicherer zahlt nur, wenn der Frachtführer nach dem CMR-Übereinkommen haftet, und nur bis zu dem in der CMR vorgesehenen Betrag. Die Warentransportversicherung ist dagegen die Police des Ladungseigentümers: Fällt der Schaden unter die Deckung, wird ohne Rücksicht auf das Verschulden an den Ladungseigentümer gezahlt; der Versicherer nimmt anschließend beim schuldhaften Frachtführer Regress.

Vergleichstabelle

KriteriumCMR-VersicherungWarentransportversicherung
VersicherungsartHaftpflichtversicherungSachversicherung
VersicherterFrachtführerVerkäufer oder Käufer (je nach Lieferklausel)
GrundlageCMR-Übereinkommen (in der Türkei Gesetz Nr. 3939) und PolicenbedingungenAllgemeine Bedingungen der Warentransportversicherung (Emtia Nakliyat Sigortası Genel Şartları) und ICC-Klauseln
Entschädigungsgrenze8,33 SZR je kg Rohgewicht (Art. 23)In der Police genannte Versicherungssumme
ZahlungsvoraussetzungHaftung des FrachtführersSchaden fällt unter die Deckung
DeckungszeitraumVon der Übernahme der Ware durch den Frachtführer bis zur AblieferungJe nach Police von Lager zu Lager, kann mehrere Verkehrsträger umfassen
VerspätungsschadenHöchstens bis zur Höhe der FrachtIn der Regel nicht gedeckt

Was bedeutet die Grenze von 8,33 SZR in der Praxis?

Artikel 23 der CMR begrenzt die Entschädigung bei Verlust oder Beschädigung auf 8,33 SZR je Kilogramm des fehlenden Rohgewichts. Die Wirkung der Grenze hängt stark vom Wert der Ladung pro Kilogramm ab:

  • Hochwertige, leichte Ladung: 2.000 kg brutto, Elektronik im Wert von 300.000 US-Dollar. Die Grenze beträgt 2.000 × 8,33 = 16.660 SZR; bei einem SZR-Kurs von rund 1,35 US-Dollar entspricht das etwa 22.500 US-Dollar. Der verbleibende Schaden von 277.500 US-Dollar bleibt beim Ladungseigentümer.
  • Geringwertige, schwere Ladung: 20 Tonnen Stahlprofile im Wert von 30.000 US-Dollar. Die Grenze beträgt 166.600 SZR und liegt über dem Warenwert; haftet der Frachtführer, kann der gesamte Schaden ersetzt werden.

Die Grenze kann angehoben werden, wenn der Absender gegen einen Frachtzuschlag eine Wertangabe oder ein besonderes Lieferinteresse in den CMR-Frachtbrief eintragen lässt; bei Vorsatz des Frachtführers oder einem dem Vorsatz gleichstehenden Verschulden gilt sie nicht. Einzelheiten im Beitrag Haftungsgrenze von 8,33 SZR.

In welchen Fällen haftet der Frachtführer nicht?

Artikel 17 der CMR befreit den Frachtführer in zwei Gruppen von Fällen von der Haftung. Zur ersten Gruppe gehören Verschulden oder Weisung des Verfügungsberechtigten, besondere Mängel des Gutes sowie Umstände, die der Frachtführer nicht vermeiden und deren Folgen er nicht abwenden konnte. Die zweite Gruppe umfasst besondere Gefahren: vereinbarte Beförderung in offenen Fahrzeugen, unzureichende Verpackung, Verladen oder Verstauen durch den Absender, die natürliche Beschaffenheit des Gutes wie Bruch, Rost oder inneren Verderb, unzureichende Kennzeichnung sowie die Beförderung lebender Tiere. In diesen Fällen greift die Police des Frachtführers nicht; den Schaden deckt allein die Warentransportversicherung. Weitere Fälle ohne Zahlung sind im Beitrag wann die CMR-Versicherung nicht zahlt zusammengefasst.

Warum sollte der Ladungseigentümer zusätzlich eine Warentransportversicherung abschließen?

  • Bei wertvoller Ladung deckt die CMR-Grenze nur einen kleinen Teil des tatsächlichen Schadens.
  • In den Haftungsausschlussfällen des Artikels 17 kann vom Frachtführer kein Ersatz verlangt werden.
  • Ersatz vom Frachtführer zu erhalten, erfordert Nachweise, Schriftverkehr und mitunter einen Prozess; die Verjährungsfrist beträgt nach der CMR grundsätzlich ein Jahr.
  • Der Ladungseigentümer kennt Limit, Selbstbehalt und Gültigkeit der Police des Frachtführers meist nicht.
  • Enthält die Sendung einen Abschnitt außerhalb der Straße, etwa RoRo oder Lagerung, deckt die CMR diesen Teil möglicherweise nicht ab.

Wie unterstützt Voltim Global Sie dabei?

Voltim Global prüft bei internationalen Straßensendungen bereits in der Angebotsphase gemeinsam mit dem Ladungseigentümer, ob die CMR-Grenze für den Wert der Ladung ausreicht. Für Ladungen, bei denen die Grenze nicht genügt, wird eine ergänzende Deckung über eine Police der Warentransportversicherung (All Risks) empfohlen.

Häufige Fragen

Kann man sich nach der Zahlung der Warentransportversicherung an den Frachtführer wenden?
Ja. Der Warenversicherer tritt in Höhe der gezahlten Entschädigung in die Rechte des Ladungseigentümers ein und nimmt beim schuldhaften Frachtführer Regress. Auch bei diesem Regress unterliegt die Haftung des Frachtführers den CMR-Regeln und der Grenze von 8,33 SZR. Damit der Regress möglich ist, muss der Ladungseigentümer den Schaden bei der Ablieferung mit einem Vorbehalt im CMR-Frachtbrief vermerken lassen und fristgerecht anzeigen; andernfalls kann der Versicherer die Zahlung kürzen.
Welche CMR-Police greift, wenn der Frachtführer einen Unterfrachtführer einsetzt?
Nach Artikel 3 der CMR haftet der Frachtführer für Handlungen und Unterlassungen anderer Personen, deren er sich bei der Ausführung der Beförderung bedient, wie für eigene. Daher richtet der Ladungseigentümer seinen Anspruch an den Frachtführer, mit dem er den Vertrag geschlossen hat, und dessen Police muss so gestaltet sein, dass sie Schäden im Fahrzeug des Unterfrachtführers abdeckt. Manche Policen decken nur eigene Fahrzeuge ab; dieser Punkt sollte bei der Angebotseinholung schriftlich bestätigt werden.

Veröffentlicht: 28.10.2026 · Voltim Global