Lashing (Zurren) ist das Festbinden und Sichern einer Ladung mit Zurrgurten, Ketten oder Drahtseilen, damit sie auf dem Fahrzeug, im Container oder auf dem Schiff nicht verrutscht, kippt oder ihre Position verändert. Im Straßenverkehr wird nach der Norm EN 12195-1 gerechnet; die Sicherung muss Kräften in Höhe des 0,8-Fachen des Ladungsgewichts nach vorne und des 0,5-Fachen zur Seite und nach hinten standhalten.
Was verhindert die Ladungssicherung?
Eine Ladung auf der Straße ist ständig Kräften ausgesetzt. Bei einer Vollbremsung wird sie nach vorne, in der Kurve zur Seite, beim Anfahren und auf Bodenwellen nach hinten gedrückt. Reibung allein reicht nicht aus, um die Ladung an ihrem Platz zu halten, denn die Erschütterungen des Fahrzeugs verringern kurzzeitig die Kraft, mit der die Ladung auf die Ladefläche drückt. Nicht oder unzureichend gesicherte Ladung rutscht, kippt, bringt das Fahrzeug aus dem Gleichgewicht oder fällt auf die Fahrbahn. Bei schweren Ladungen mit hohem Schwerpunkt kann schon ein einziges Verrutschen zum Umkippen führen.
Wie werden die Kräfte berechnet?
Für den Straßenverkehr ist in Europa die Norm EN 12195-1 maßgeblich. Sie verlangt, dass die Sicherungsanordnung bestimmten Beschleunigungen im Verhältnis zum Ladungsgewicht standhält:
| Richtung | Auslegungsbeschleunigung im Straßenverkehr | Beispiel: Ladung von 10 Tonnen |
|---|---|---|
| Nach vorne (Bremsen) | 0,8 g | Kraft von etwa 8 Tonnen |
| Zur Seite (Kurve) | 0,5 g | Kraft von etwa 5 Tonnen |
| Nach hinten (Anfahren) | 0,5 g | Kraft von etwa 5 Tonnen |
Einen Teil dieser Kraft nimmt die Reibung auf; den Rest muss das Sicherungsmittel tragen. Die Berechnung im Detail zeigt der Beitrag Berechnung der Sicherungskraft an einem Beispiel. Im Seeverkehr ist die Verteilung der Beschleunigungen anders, insbesondere die seitlichen Kräfte werden größer; der CSS-Code der IMO und der gemeinsam von IMO, ILO und UNECE erarbeitete CTU-Code legen eigene Regeln für Schiff und Container fest.
Welche Methoden werden eingesetzt?
- Kraftschlüssige Sicherung (Niederzurren, top-over): Der Zurrgurt wird über die Ladung geführt und gespannt und drückt sie auf die Ladefläche. Maßgeblich ist der STF-Wert (normale Vorspannkraft) auf dem Etikett. Geeignet für leichte und mittelschwere Ladungen.
- Direktzurren: Kette oder Zurrgurt werden vom Zurrpunkt der Ladung zum Zurrpunkt des Fahrzeugs diagonal, gerade oder als Schlinge geführt. Hier geht der LC-Wert (Zurrkraft) vom Etikett in die Berechnung ein. Bei schweren Maschinen ist dies die Hauptmethode.
- Formschlüssige Sicherung (Blockieren): Die Ladung wird durch Anlage an die Stirnwand des Aufliegers, an Rungen oder an aufgenagelte Keile an der Bewegung gehindert.
- Kombinierte Methode: In der Praxis werden bei den meisten Projektladungen Formschluss, Direktzurren und Reibung zusammen genutzt.
Welche Materialien werden benötigt?
- Zurrgurt, Zurrkette, Drahtseil: Sie müssen den Normen EN 12195-2, -3 bzw. -4 entsprechen und gekennzeichnet sein. Wann welches Mittel gewählt wird, erörtert der Beitrag Kette oder Zurrgurt.
- Antirutschmatte: Erhöht den Reibbeiwert zwischen Ladung und Ladefläche und verringert die Zahl der erforderlichen Zurrmittel deutlich.
- Kantenschutz: Verhindert, dass der Zurrgurt an scharfen Kanten durchtrennt wird, und verteilt die Vorspannkraft gleichmäßig auf die Ladung.
- Keile und Unterlegkeile: Verhindern das Wegrollen zylindrischer Ladung. Bei internationalen Sendungen müssen Keile aus Massivholz mit ISPM-15-Stempel versehen sein.
Wer ist verantwortlich?
Artikel 65 des Straßenverkehrsgesetzes Nr. 2918 (Karayolları Trafik Kanunu) verbietet es, Ladung ohne geeignete Zurrung und Sicherung so zu verladen, dass sie herabfallen, verrutschen, umkippen oder das Gleichgewicht des Fahrzeugs stören kann; das Bußgeld für diesen Verstoß beträgt 3.000 TL, bei Fahrzeugen mit Containern oder Gefahrgut 20.000 TL. In der Praxis wird die Verantwortung geteilt: Der Verlader bereitet die Ladung vertragsgemäß vor, Fahrer und Frachtführer prüfen vor Fahrtantritt, ob die Sicherung ausreicht. In der EU sieht die Richtlinie 2014/47/EU vor, dass bei technischen Unterwegskontrollen auch die Ladungssicherung geprüft wird.
Häufige Fehler
- Eine schwere Maschine nur durch Niederzurren zu sichern versuchen.
- Sich auf den LC-Wert der Kette verlassen, ohne die Belastbarkeit des Zurrpunkts zu prüfen.
- Unterwegs gelockerte Zurrgurte bei der ersten Pause nicht nachspannen.
Bei schwerer Ladung ist der Sicherungsplan Teil des Ablaufs eines Übermaßtransports und wird beim Projekttransport vor der Verladung schriftlich erstellt.