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Was ist eine Übermaßladung?

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Kurzantwort — Übermaßladung

Eine Übermaßladung ist eine unteilbare Ladung, die nach dem Verladen auf ein Fahrzeug mindestens eine der Grenzen aus Artikel 128 der türkischen Straßenverkehrsverordnung (Karayolları Trafik Yönetmeliği) überschreitet: 2,55 m Breite, 4,00 m Höhe, 16,50 m Länge für Sattelzugmaschine mit Sattelauflieger oder 40 Tonnen Gesamtgewicht. Eine solche Ladung darf nur mit einer Sondergenehmigung der Generaldirektion für Autobahnen (KGM) auf der festgelegten Route und unter den festgelegten Bedingungen befördert werden.

Was misst der Begriff Lademaß?

Das Lademaß (türkisch „gabari“) umfasst die zulässigen Außenmaße, innerhalb derer ein Fahrzeug beladen oder unbeladen sicher auf der Straße fahren kann. Breite, Höhe und Länge werden für Fahrzeug und Ladung gemeinsam gemessen. Beim Gewicht ist nicht nur das Gesamtgewicht begrenzt, sondern auch die Last, die jede einzelne Achse auf die Fahrbahn überträgt. Auch wenn die Ladung selbst klein ist, gilt der Transport als Übermaßtransport, sobald die Fahrzeugkombination diese Maße überschreitet.

KriteriumGesetzliche Grenze (KTY Art. 128)Bedeutung in der Praxis
Breite2,55 m (bei Kühlaufbauten 2,60 m)Breitestes Fahrzeug, das innerhalb einer Standardfahrspur bleibt
Höhe4,00 mDurchfahrtsreserve unter Überführungen, in Tunneln und unter Stromleitungen
Länge16,50 m (Sattelzugmaschine + Sattelauflieger), 18,75 m (Lkw + Anhänger)Wenderadius an Kreuzungen und in Kurven
Gesamtgewicht40 Tonnen (Fahrzeugkombination mit 5 und mehr Achsen)Tragfähigkeit von Brücken und Fahrbahnaufbau
Achslast10 Tonnen nicht angetriebene, 11,5 Tonnen angetriebene EinzelachseTragfähigkeit von Asphalt und Ingenieurbauwerken

Eine ausführliche Tabelle finden Sie im Beitrag gesetzliche Fahrzeugabmessungen im Straßenverkehr.

Warum wird sie als eigene Transportart behandelt?

Die Verordnung erlaubt den Transport von Ladungen, die die Grenzen überschreiten, nur dann, wenn die Ladung nicht teilbar ist und es keine andere Möglichkeit als die Straße gibt. Deshalb ist die Voraussetzung der unteilbaren Ladung die Grundlage des Genehmigungsverfahrens. Lässt sich die Ladung durch Demontage auf die gesetzlichen Maße bringen, wird statt einer Sondergenehmigung ein Versand in Teilen verlangt.

Mit der Genehmigung ist die Arbeit noch nicht getan. Ein Übermaßtransport erfordert zusätzlich:

  • die von der KGM festgelegten Auflagen zu Route, Uhrzeit und Geschwindigkeit,
  • einen zur Ladungsgröße passenden Tieflader, teleskopierbaren Auflieger oder Modulanhänger,
  • je nach Breite und Länge ein Begleitfahrzeug, bei Bedarf Polizeibegleitung,
  • die vorherige Prüfung von Brücken, Durchlässen, Überführungen und Stromleitungen.

Welche Ladungen gelten als Übermaßladungen?

Die Hauptausrüstung von Energie- und Industrieprojekten fällt in diese Kategorie. Typische Beispiele sind Leistungstransformatoren, Industriekessel, petrochemische Kolonnen, Rotorblätter von Windenergieanlagen, große Baumaschinen und Brückenträger. Ausrüstung für Kernkraftwerke ist ein Extremfall: Der für Block 3 des KKW Akkuyu gefertigte Reaktordruckbehälter wiegt rund 350 Tonnen und ist 11,45 m lang; die VVER-1200-Dampferzeuger für dasselbe Kraftwerk wiegen jeweils 340–355 Tonnen und sind 14–15 m lang.

Wo beginnen die Unterschiede zwischen Straße, See und Baustelle?

Auf der Straße ist die KGM-Genehmigung maßgeblich. Auf See kann dieselbe Ladung in einem Flat-Rack- oder Open-Top-Container, als Breakbulk oder auf einem RoRo-Schiff befördert werden; hier setzen Laderaum, Rampenkapazität und Hafenkrane die Grenzen (siehe Seetransport von Übermaßladungen). Auf der Projektbaustelle wird die Ladung mit SPMT, Jacking-and-Skidding und einem Kranhubplan an ihren endgültigen Platz gebracht.

Häufige Fehler

  • Die Maße der Ladung ohne Verpackung angeben; Kisten, Kufen und Zurrmittel können die Breite um einige Zentimeter erhöhen.
  • Die Höhe ohne die Ladeflächenhöhe des Aufliegers berechnen.
  • Das Gesamtgewicht unter der Grenze sehen und die Achslast nicht prüfen.
  • Einen Liefertermin zusagen, ohne dass eine Streckenerkundung durchgeführt wurde.

Wie unterstützt Voltim Global Sie dabei?

Voltim Global plant beim Übermaß- und Schwertransport Genehmigung, Fahrzeugauswahl und Begleitorganisation gemeinsam. So wurde beispielsweise bei einer Sendung Woronesch–Mersin die KGM-Sondergenehmigung innerhalb eines Tages nach Antragstellung erteilt. Den Ablauf Schritt für Schritt beschreibt der Leitfaden zum Übermaßtransport.

Häufige Fragen

Sind Übermaßladung und Schwerlast dasselbe?
Nicht ganz. Der Begriff Übermaß beschreibt meist das Überschreiten von Breite, Höhe oder Länge; Schwerlast bedeutet dagegen das Überschreiten der Grenze für Gesamtgewicht oder Achslast. Ein Transformator kann zugleich schwer und übermaßig sein, ein Rotorblatt einer Windenergieanlage ist dagegen leicht, aber sehr lang. Auf der Straße erfordern beide Fälle eine Sondergenehmigung der KGM.
Wie hoch ist die Genehmigungsgebühr für eine Übermaßladung?
Laut der KGM-Gebührentabelle 2026 wird für jede Genehmigung nach Artikel 33 des türkischen Straßenverkehrsgesetzes (Karayolları Trafik Kanunu) eine Gebühr von 18.813,80 TL erhoben. Die Gebühr wird jeweils zum Jahresbeginn aktualisiert. Posten wie Begleitfahrzeug, Brückenprüfung, Polizeibegleitung und Streckenerkundung verursachen zusätzlich eigene Kosten. Das Gesamtbudget fällt deshalb deutlich höher aus als die Gebühr.
Gilt Ladung im Container als Übermaßladung?
Ladung, die in einen Standardcontainer mit 20 oder 40 Fuß passt, ist keine Übermaßladung. Ragt die Ladung bei einem Flat-Rack- oder Open-Top-Container seitlich oder nach oben über, wird sie in der Seeschifffahrt als OOG-Ladung (out of gauge) behandelt. Überschreiten die Maße dieses Containers zusammen mit dem Fahrzeug auf der Straße die gesetzliche Grenze, ist auch für die Straße eine Sondergenehmigung erforderlich.

Veröffentlicht: 12.10.2026 · Voltim Global