FTL (Full Truck Load) ist eine Transportart, bei der ein Lkw bzw. Auflieger vollständig für die Ladung eines einzigen Versenders reserviert ist. Die Ware fährt ohne Umladung direkt von der Ladestelle zum Empfänger. Ein Standard-Planenauflieger mit 13,6 m Länge nimmt 33 Europaletten und rund 24–25 t Ladung auf; die Fracht wird nicht nach Ladungsmenge, sondern pro Fahrzeug berechnet.
Was kauft man bei einer Komplettladung ein?
Bei FTL mietet der Versender die gesamte Kapazität des Fahrzeugs. Der Preis ist derselbe, ob der Auflieger halb oder ganz beladen ist; im Gegenzug fährt das Fahrzeug nur für diese Ladung los, steuert keine weitere Adresse an, und die Ware wird unterwegs nicht auf ein anderes Fahrzeug umgeladen. Deshalb wird FTL für Sendungen bevorzugt, die den Großteil des Aufliegers füllen oder einen festen Liefertermin haben.
Die Kapazität kann auf zwei Arten ausgeschöpft werden: über das Volumen oder über das Gewicht. Bei leichten, aber voluminösen Gütern wie Dämmstoffen oder Möbeln ist der Auflieger voll, bevor die Gewichtsgrenze erreicht ist. Bei Stahl, Naturstein oder Maschinenteilen greift dagegen die Gewichtsgrenze vor dem Volumen.
Welche Fahrzeugtypen werden eingesetzt?
| Aufliegertyp | Ungefähre Innenmaße | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Standard-Planenauflieger | 13,6 × 2,45 × 2,7 m | Palettiertes Stückgut, 33 Europaletten |
| Megatrailer | 13,6 × 2,45 × 3,0 m | Voluminöse, leichte Ladungen |
| Kühlauflieger | 13,4 × 2,45 × 2,6 m | Lebensmittel, Arzneimittel, temperaturempfindliche Waren |
| Tieflader / offene Plattform | Je nach Projekt | Maschinen, Baumaschinen, Übermaßladungen |
Die Maße weichen je nach Hersteller um einige Zentimeter ab; die ausführliche Tabelle finden Sie im Beitrag Innenmaße von Lkw-Aufliegern.
Ab welchem Volumen und Gewicht lohnt sich FTL?
Im Teilladungsverkehr steigt der Preis mit den Lademetern (ldm). Überschreitet die Ladung 8–10 ldm oder 12–15 t, nähert sich der Preis einer Komplettladung häufig dem Teilladungspreis an oder liegt sogar darunter. Die Berechnung der Lademeter macht diese Entscheidung eindeutig. Beim Gewicht legt in der Türkei Artikel 128 der Straßenverkehrsverordnung (Karayolları Trafik Yönetmeliği) für Sattelzüge mit fünf und mehr Achsen ein zulässiges Gesamtgewicht von 40 t, eine Länge von 16,50 m, eine Breite von 2,55 m und eine Höhe von 4 m fest. Nach Abzug des Leergewichts von Zugmaschine und Auflieger bleibt eine Nutzlast von rund 24–25 t.
Auswirkung der Direktfahrt auf Laufzeit und Schadensrisiko
Ein Fahrzeug, das keine Umschlaglager anfährt, liefert schneller und planbarer als im Teilladungsverkehr. Die Ladung wird an der Laderampe verplombt und erst an der Rampe des Empfängers wieder geöffnet; die Zahl der Umschlagvorgänge mit dem Gabelstapler sinkt auf zwei. Da sich im Fahrzeug nur ein Versender und eine Zollanmeldung befinden, wird das Fahrzeug beim Zoll nicht durch fehlende Unterlagen eines anderen Unternehmens aufgehalten. Die Unterschiede im Einzelnen erläutert der Beitrag Direktfahrt und Transport mit Umladung im Vergleich.
Wie wird eine FTL-Sendung geplant und gebucht?
- Ladungsdaten: Bruttogewicht, Anzahl und Maße der Paletten, Stapelbarkeit sowie ADR- oder Temperaturanforderungen werden mitgeteilt.
- Adressen und Zeitfenster: Lade- und Lieferadresse, Rampenzeiten und eine etwaige Terminpflicht werden übermittelt.
- Fahrzeugwahl und Angebot: Der Spediteur oder Frachtführer bestimmt den passenden Aufliegertyp und nennt im Angebot die Fracht sowie die freie Standzeit.
- Fahrzeugdisposition: Nach der Freigabe erhält der Versender Kennzeichen und Fahrerdaten.
- Verladung und Dokumente: Die Ladung wird gesichert, CMR und Zolldokumente werden erstellt, das Fahrzeug wird verplombt.
- Verfolgung und Zustellung: Der Fahrzeugstandort wird verfolgt, bei der Zustellung wird eine unterschriebene CMR-Ausfertigung eingeholt.
Die Planung übernimmt in der Regel der Spediteur (Taşıma İşleri Organizatörü) oder die Disposition eines Frachtführers mit eigenem Fuhrpark. Den allgemeinen Ablauf internationaler Fahrten beschreibt der Beitrag internationaler Straßengüterverkehr.
Häufige Fehler
- Die Ladezeit nicht einzukalkulieren; Standzeiten über die freie Zeit hinaus werden gesondert berechnet.
- Schwere Teile an einem Ende des Aufliegers zu konzentrieren; selbst wenn das Gesamtgewicht passt, kann die Achslast überschritten werden.
- Die Ladehöhe zu niedrig anzugeben; eine Ladung, die einen Megatrailer erfordert, passt nicht in ein Standardfahrzeug.
Wie unterstützt Voltim Global Sie dabei?
Voltim Global hat seit 2014 mehr als 5.000 Transporte organisiert und in den letzten zwei Jahren über 1.500 internationale Fahrten durchgeführt. Bei Anfragen zum Komplettladungsverkehr werden Fahrzeugtyp, Ladeplan und Dokumentenvorbereitung vor der Verladung geklärt.