Die Einfuhrverzollung umfasst die summarische Anmeldung des Beförderers, die vorübergehende Verwahrung der Ware, die Annahme der Anmeldung zur Überführung in den freien Verkehr, die der Importeur oder sein Zollagent im System BİLGE abgibt, die risikobasierte Dokumenten- oder Beschau, die Zahlung der Abgaben und die Abholung der Ware vom Zoll. Sind die Unterlagen vollständig und fällt die Anmeldung in den grünen Kanal, kann alles am selben Tag erledigt sein.
Wie läuft der Prozess Schritt für Schritt ab?
- Summarische Anmeldung: Der Beförderer oder sein Agent meldet die Fahrzeug- und Ladungsdaten elektronisch, bevor die Ware das türkische Zollgebiet erreicht; diese Meldung heißt summarische Anmeldung (özet beyan).
- Gestellung und vorübergehende Verwahrung: Die Ware erhält im Hafen, am Grenzübergang oder auf dem Zollplatz den Status einer vorübergehend verwahrten Ware. Ab der summarischen Anmeldung muss für auf dem Seeweg eingetroffene Ware binnen 45 Tagen, für auf anderen Wegen eingetroffene Ware binnen 20 Tagen eine zollrechtliche Bestimmung gewählt werden; andernfalls wird die Ware verwertet (tasfiye).
- Annahme der Anmeldung: Die Anmeldung zur Überführung in den freien Verkehr wird in BİLGE ausgefüllt und angenommen. Die Registriernummer besteht aus den letzten beiden Ziffern des Jahres, dem Zollstellencode, der Kennung „IM“ und einer laufenden Nummer. Die Abgabenschuld entsteht mit dem Tag der Annahme. Die Arten von Anmeldungen erläutert der Beitrag Arten von Zollanmeldungen.
- Risikoanalyse und Kontrollkanal: Das System leitet die Anmeldung in den grünen, gelben, roten oder blauen Kanal. Im grünen Kanal findet keine Kontrolle statt, im gelben werden die Unterlagen geprüft, im roten Unterlagen und Ware physisch kontrolliert, im blauen wird die Kontrolle auf später verschoben.
- Zahlung der Abgaben: Zoll, gegebenenfalls Zusatzzoll, besondere Verbrauchsteuer (ÖTV) und Einfuhrumsatzsteuer werden über die Bank, die Zollkasse oder GÜMKART bezahlt. Die Zahlungsinformation wird elektronisch im System verbucht.
- Abholung der Ware: Sind Kontrollen und Zahlung abgeschlossen, wird die Anmeldung geschlossen; die Ware wird aus dem Verwahrungslager oder Zolllager abgeholt.
Wer macht was?
| Beteiligter | Aufgabe |
|---|---|
| Beförderer oder Agent | Gibt die summarische Anmeldung ab, gestellt die Ware dem Zoll |
| Betreiber des Verwahrungslagers | Übernimmt die Ware, führt Buch, erhebt das Lagergeld |
| Importeur | Haftet für die Richtigkeit der Anmeldung und die Zahlung der Abgaben |
| Zollagent | Erstellt die Anmeldung im Namen des Importeurs und verfolgt die Formalitäten |
| Zollverwaltung | Prüft Anmeldung und Ware, setzt die Abgaben fest |
| Andere Behörden | Führen Kontrollen etwa zu Produktsicherheit, Landwirtschaft und Gesundheit durch; das Ergebnis wird über das Single-Window-System (Tek Pencere Sistemi) an den Zoll übermittelt |
Ein Unternehmen, das BİLGE im eigenen Namen nutzen möchte, benötigt Benutzerkennung, Passwort und elektronische Signatur und muss sich zudem im Registrierungs- und Verfolgungssystem für Beteiligte (Yükümlü Kayıt ve Takip Sistemi) eintragen.
Welche Unterlagen werden verlangt?
- Handelsrechnung und Packliste.
- Beförderungsdokument: Konnossement, CMR-Frachtbrief oder Luftfrachtbrief.
- Für Präferenzzölle ein Ursprungsnachweis oder eine Warenverkehrsbescheinigung (A.TR, EUR.1, Ursprungserklärung).
- Fracht- und Versicherungsangaben; wenn die Lieferbedingung deren Einbeziehung in den Zollwert erfordert, die entsprechenden Rechnungen.
- Je nach Produkt Konformitäts-, Genehmigungs- oder Kontrollbescheinigungen.
- Bei Einschaltung eines Zollagenten eine Vollmacht.
Da die Zollverwaltung nachträgliche Prüfungen durchführen kann, sind Einfuhrunterlagen und -aufzeichnungen gesetzlich fünf Jahre aufzubewahren.
Wie lange dauert es?
Eine Anmeldung mit vollständigen Unterlagen, korrekter GTİP (türkische Zolltarifnummer) und ohne zusätzliche Behördenkontrolle kann im grünen Kanal wenige Stunden nach der Annahme geschlossen sein. Im gelben Kanal ist die Dokumentenprüfung in der Regel am selben oder am nächsten Tag abgeschlossen. Im roten Kanal verlängern Beschautermin, Entladen der Ware und gegebenenfalls eine Probenanalyse die Dauer auf mehrere Tage. Muss bei der Produktsicherheitskontrolle eine Probe genommen werden, wird die Ergebnisbescheinigung erst nach Eintreffen der Ware ausgestellt.
Häufige Fehler
- Mengen oder Gewichte in Rechnung und Packliste stimmen nicht überein.
- Der Ursprungsnachweis wird nicht mit der Ladung mitgeschickt; der Importeur zahlt statt des Präferenzsatzes den höheren Zoll.
- Fracht, die in den Zollwert einzubeziehen ist, wird nicht angemeldet.
- Bei auf der Straße eingetroffener Ware wird die 20-Tage-Frist versäumt.
Wie unterstützt Voltim Global dabei?
Voltim Global koordiniert Transport und Einfuhrverzollung in einer gemeinsamen Akte; Rechnung, Packliste und Ursprungsnachweis werden geprüft, bevor das Fahrzeug abfährt. Anmeldung und Beschau werden über unsere Vertragszollagenten im Rahmen der Zollagentenleistungen verfolgt.