Telematik verbindet Telekommunikation und Informatik und bezeichnet die Fernerfassung und Verarbeitung von Positions-, Geschwindigkeits-, Kraftstoff-, Motor- und Sensordaten aus dem Fahrzeug. In der Logistik zeigt sie in Echtzeit, wo sich die Flotte befindet, wie sie genutzt wird und unter welchen Bedingungen die Ladung befördert wird. So beruhen Entscheidungen zu Kraftstoff, Wartung, Route und Sicherheit auf gemessenen Daten statt auf Schätzungen.
Wie macht Telematik ein Fahrzeug zu einem datenerzeugenden Gerät?
Der Begriff stammt vom französischen Wort télématique und wurde 1978 durch den Bericht von Simon Nora und Alain Minc verbreitet. In der Logistik bezeichnet er heute ein dreiteiliges System:
- Fahrzeugeinheit: die Telematikbox mit GNSS-Empfänger, Mobilfunkmodem, Beschleunigungssensor und Sensoreingängen.
- Fahrzeuganbindung: der CAN-Bus, über den die Box Daten aus der Motor- und Fahrzeugelektronik ausliest.
- Server und Software: die Plattform, auf der die Daten gesammelt, verarbeitet und als Karte, Bericht oder Alarm bereitgestellt werden.
Die reine Positionsanzeige per GPS-Fahrzeugortung ist ein Bestandteil der Telematik. Telematik ergänzt die Position um den Zustand von Fahrzeug und Ladung.
Das Gerät sendet die Daten in der Regel in Intervallen zwischen 30 Sekunden und einigen Minuten; bei Alarmen geht die Meldung sofort hinaus. In Bergregionen und an Grenzstrecken ohne Mobilfunkempfang werden die Daten im Gerätespeicher gehalten und gesammelt übertragen, sobald wieder Netzabdeckung besteht. Auf Strecken, auf denen lückenlose Informationen benötigt werden, kommen Geräte mit Satellitenmodem zum Einsatz.
Welche Daten werden erfasst und wofür werden sie genutzt?
| Daten | Quelle | Nutzung in der Logistik |
|---|---|---|
| Position, Geschwindigkeit, Route | GNSS-Empfänger | Ankunftsprognose (ETA), Routenabweichung, Kundeninformation |
| Kraftstoffverbrauch und Füllstand | CAN-Bus / FMS, Kraftstoffsensor | Verbrauchsanalyse, Erkennung von Kraftstoffverlust |
| Motorstunden, Drehzahl, Fehlercodes | CAN-Bus | Wartungsplanung, Vermeidung von Ausfällen |
| Starkes Bremsen, abruptes Beschleunigen, Leerlauf | Beschleunigungssensor, CAN-Bus | Analyse des Fahrverhaltens, Unfallrisiko |
| Türöffnung | Türsensor | Alarm bei unbefugtem Öffnen, Diebstahlprävention |
| Temperatur im Auflieger | Temperatursensor / Datenlogger | Nachweis der Kühlkette, Alarm bei Abweichung |
| Fahrer- und Tachographendaten | Digitaler Tachograph | Überwachung der Lenk- und Ruhezeiten, Fern-Download |
Warum ist die Anbindung an CAN-Bus und FMS wichtig?
Der CAN-Bus ist die Kommunikationsleitung, die Daten zwischen den elektronischen Steuergeräten im Fahrzeug überträgt. Ist das Telematikgerät an diese Leitung angeschlossen, liest es Kraftstoff- und Motordaten ohne zusätzliche Sensoren aus. Bei schweren Nutzfahrzeugen wird dafür der FMS-Standard verwendet. Dabei handelt es sich um eine offene Schnittstelle, die unter dem Dach der ACEA von Daimler Truck, MAN, Scania, DAF, IVECO, Volvo, Renault Trucks und Ford Otosan gemeinsam entwickelt wurde. So lässt sich eine Flotte aus verschiedenen Marken in derselben Software überwachen. Welche Daten auslesbar sind, hängt jedoch von der Ausstattung des Fahrzeugs ab.
Vorteile für Logistikunternehmen und Verlader
- Kosten: Unnötiger Leerlauf und Kilometer abseits der Route werden sichtbar; der Kraftstoffverbrauch lässt sich je Fahrzeug und Fahrer vergleichen.
- Sicherheit: Mit Geofencing werden ungeplante Stopps, Türöffnungen und das Verlassen definierter Zonen sofort gemeldet.
- Wartung: Fehlercodes fließen in den Serviceplan ein; das Risiko eines Liegenbleibens sinkt.
- Kundeninformation: Der Verlader sieht Position und voraussichtliche Ankunft, ohne telefonisch nachfragen zu müssen.
- Nachweis: Temperatur- und Türprotokolle dienen bei Schadens- oder Versicherungsprüfungen als Beleg.
Worauf ist beim Einsatz zu achten?
Da Telematikdaten auch Position und Verhalten des Fahrers enthalten, gelten sie als personenbezogene Daten. Nach dem türkischen Datenschutzgesetz Nr. 6698 (Kişisel Verilerin Korunması Kanunu, KVKK) müssen Fahrer informiert, die Daten zweckgebunden gehalten und Aufbewahrungsfristen festgelegt werden. Das Thema behandelt der Beitrag Fahrzeugortungsdaten und KVKK. Bei der Systemauswahl sollten Dateneigentum, Ersatzmeldeweg bei Geräteausfall und die Übertragung der Daten in die Flottenmanagement-Software vertraglich geklärt werden.
Bei der täglichen Fahrzeugverfolgung und Berichterstattung von Voltim Global wird die Fahrzeugposition über die mobile Voltim-App der Fahrer erfasst, im Kundenpanel angezeigt und dem Kunden mit einem täglichen Statusbericht übermittelt.